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Charles Swindoll, ein Redner in Amerika, hielt über mehrere Tage Abendvorträge ab.

Am ersten Abend saß in der zweiten Reihe ein Ehepaar. Es hörte ganz interessiert zu.

Zumindest in den ersten Minuten. Denn nach 10 Minuten war der Mann eingeschlafen und nur die Frau hörte weiter zu.

Am zweiten Abend saß das Ehepaar wieder in der zweiten Reihe. Und wieder hörte der Mann aufmerksam zu.

Bis er nach 10 Minuten fest eingeschlafen war.

Wie dreist ist das denn!!

Kannst du dir vorstellen, wie Herr Swindoll sich als Redner gefühlt hat? Das ist, als ob du deinem Partner gerade freudestrahlend erzählst, dass du gerade ein schönes Wellness-Wochenende für euch zwei gebucht hast. Und dein Gegenüber schaut sich dabei desinteressiert die Fingernägel an. Das kommt gar nicht gut.

Auf jeden Fall wurde der Redner innerlich etwas ungehalten.

Am dritten Abend wieder dieselbe Szene. Wieder versuchte Swindoll die Zuhörer mit seinen Geschichten und Bildern bei der Stange zu halten. Während gleichzeitig dieser Mann in der zweiten Reihe schlief.

Unverschämt.

Am vierten Abend passierte es wieder.

Am letzten Abend kam die Ehefrau dieses Mannes nach der Veranstaltung auf den Redner zu.

“Ha”, dachte sich Swindoll. “Jetzt hat sie ihren Mann zu meinen Vorträgen geschleppt und er war nicht interessiert. Und nun will sie mich bestimmt überzeugen, doch noch mal persönlich mit ihrem Mann zu sprechen. Oder sie wird mir ihr Herz ausschütten, mit was für einem desinteressierten Mann sie verheiratet ist. Und dann wird sie sich hoffentlich für das unverschämte Benehmen ihres Mannes entschuldigen.”

In Swindoll kamen alles andere als gute Gefühle hoch.

Und dann fing die Frau an zu reden.

„Wir möchten uns noch einmal für Ihre Vorträge bedanken. Eigentlich war es ja die Idee meines Mannes. Er ist sehr krank, müssen Sie wissen. Eigentlich darf er nicht mehr viel unternehmen. Aber als er hörte, dass Sie in der Stadt sind, wollte er Sie unbedingt hören. Leider verursacht seine Krankheit, dass er nach 10 Minuten aufmerksamen Zuhörens einschläft. Aber diese 10 Minuten haben ihm enorm viel gebracht. Vielen Dank.“

Wow!

Innerhalb von Sekunden sah Swindoll die Situation mit anderen Augen.

Er sah anders.
Er fühlte anders.
Er reagierte anders.

Alles hatte sich innerhalb von ein paar Sätzen verändert.

Diese Geschichte las ich einmal vor vielen Jahren und ich habe sie hier aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Sie zeigt vor allem eines:

Was wir sehen, das macht etwas mit uns.

Ich erinnere mich, wie meine Frau vor einigen Jahren vor dem Laptop saß. Die Tränen liefen ihr die Wangen herunter. Ich fragte besorgt, was los sei. Sie zeigte schluchzend auf den Bildschirm, auf dem gerade eine der emotional dramatischen asiatischen Serien ablief, in der die Frau und der Mann 20 Jahre oder länger warten müssen, bis sie sich gegenseitig ihre Liebe gestehen und dann feststellen, dass es nun zu spät ist.

Ja, ich gebe zu: Manchmal schauen wir solche melodramatischen Serien auch zusammen und reichen uns dann gegenseitig die Taschentücher rüber. Aber es gibt auch Zeiten, da will ich lieber die Gänse auf meiner Haut fühlen und schaue mir einen spannenden Thriller an.

Wenn es dann aber zu spannend wird, wende ich ganz automatisch den wissenschaftlich fundierten und psychologisch bestätigten Trick an:

Ich schaue weg.

Sobald meine Augen sich auf etwas anderes richten, z.B. auf das alte Familienphoto an der Wand mit meinem damals teenagerhaften Gesicht, dann fällt mein Adrenalin-Spiegel wie ein nasser Sack in den Keller und ich kann wieder durchatmen. Es ist eine phänomenal einfache und doch extrem wirksame Technik, die wir alle schon angewendet haben und die beweist:

Was ich anschaue, das macht etwas mit mir.

Und jetzt kommt das Gute: Wir alle können selbst entscheiden, was wir uns anschauen. Durch welche Youtube-Kanäle wir uns klicken. Welche Serien wir uns gönnen. Oder eben auch nicht.

Dies alles ist wichtig. Keine Frage.

Aber noch viel wichtiger ist das Kino, in dem wir alle sitzen.

Jeden Tag. Zu jeder Stunde.

Und zwar unser eigenes Cinemaxx-Mental. In unserem Kopfkino, in dem ununterbrochen Filme laufen. Wo Bilder gezeigt und Geschichten erzählt werden.

Diese Filme in unserem Kopfkino  haben einen enormen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen, wie wir auf das Leben reagieren und unsere Lebensgeschichte weiterschreiben.

Es hängt von unserem Kopfkino ab.

Und jetzt kommt das Beste: Wir alle können die Filme auswählen. Wir bestimmten, welche Geschichten in unserem Kopfkino erzählt werden und was für Bilder an der Leinwand gezeigt werden.

Mit dem richtigen Kopfkino zum Erfolg

Diese wichtigen Wahrheiten habe ich für mich in eine Formel gepackt. Eine Formel, die genauso verlässlich ist wie das Gesetz der Erdanziehungskraft.

W + I = R

Diese Formel macht unsere eigene erlebte Wirklichkeit aus.

Also

W + I = Rklichkeit

Wofür stehen die Buchstaben?

Wahrnehmung + Interpretation = Reaktion.

Unsere Reaktion auf das (Er-)Leben hängt davon ab, was wir wahrnehmen und welche Bedeutung wir diesen Dingen geben. Dementsprechend reagieren wir. Und alle Faktoren zusammengenommen resultieren in unsere eigene erlebte Wirklichkeit.

Es kommt auf unser Kopfkino an. Auf unser Denken. Und das muss genutzt und eingeübt werden.

Um das noch etwas zu vertiefen, folgende Geschichte:

Jeder im Land kannte ihn nur als den armen Reiter. Denn für diese beiden Dinge war er bekannt: für seine Armut und seine Leidenschaft zum Reiten. Jeden Tag striegelte er sein altes schwerfälliges Pony. Und jeden Tag ritt er mit ihm davon, um durch Beförderungsdienste das Nötigste zum Leben zu erwirtschaften. Er hatte immer gerade genug, um zu überleben.

Manchmal weinte er sich in den Schlaf, weil er finanziell einfach nicht auf einen grünen Zweig kam.

Als der König von dem armen Reiter erfuhr, schenkte er ihm aus Mitleid das teuerste und schnellste Pferd, das es im Land je gegeben hatte. „Mit diesem Pferd kannst du alles erreichen“, waren die eindringlichen Worte des Königs gewesen. „Es ist so schnell, dass du mit ihm alle Pferderennen der Welt gewinnen kannst. Durch dieses Pferd gelangst du sicher zu Reichtum, Ruhm und einem sorgenfreien Leben.“

Der arme Reiter war überglücklich und stellte das Rennpferd sofort in den alten Stall, der an sein Haus grenzte. Am Abend kaufte er sich zur Feier des Tages eine Flasche Wein, die er jedoch nicht selbst trank, sondern als Willkommensgeschenk dem Rennpferd in den Trog schüttete. Am nächsten Morgen betrat der arme Reiter, wie es seiner Gewohnheit entsprach, die Wiese hinter dem Haus und ritt mit seinem Pony davon. Kurz vor Sonnenuntergang kehrte er müde zurück und ging direkt in den Stall, um sein neues Rennpferd zu bewundern und ihm einen kleinen Eimer Zucker auf den Boden zu stellen.

Die Wochen gingen ins Land und jeden Tag spielte sich dieselbe Gewohnheit ab. Der arme Reiter verbrachte den Tag auf dem Rücken seines Ponys. Die letzten Stunden des Tages saß er jedoch glücklich neben seinem teuren Rennpferd und verwöhnte es mit einem Eimer Zucker, ab und zu auch mit einem Krug Honig, und an besonderen Tagen sogar mit einer Schale Wein.

Langsam rückte die Saison der Pferderennen immer näher und der arme Reiter verbrachte jeden Tag etwas mehr Zeit auf dem Rücken seines Ponys, um sich auf die Rennen vorzubereiten und seine Reitkünste zu perfektionieren. Das teure Rennpferd dagegen blieb brav in seinem Stall. Sein stolzer Besitzer wollte ihm das Leben aus lauter Liebe nicht erschweren und alle Kraftreserven für die Rennsaison aufbewahren.

Erst am Tag des Rennens führte er das Pferd zum aus dem Stall, um sich gemeinsam auf den Weg zum Pferderennen zu machen.

Bei Sonnenuntergang konnte man den armen Reiter beobachten, wie er mit gebeugtem Kopf und langsamen Schrittes neben seinem teuren Rennpferd zurück zu seinem Haus schlich. Als würde er die Welt nicht mehr verstehen, schaute er immer wieder zu dem Pferd und schüttelte den Kopf.

„Nein, dem König würde er kein Wort mehr glauben“, murmelte der arme Reiter vor sich hin. „Hatte er ihm nicht versprochen, dass dies das schnellste Pferd der Welt wäre und es jedes Pferderennen gewinnen könnte?“

Jetzt wusste der Reiter, dass alles Lüge gewesen war. Mit diesem langsamen und schwerfälligen Pferd würde er wohl nie ein Rennen gewinnen.

Der Schuss hallte noch nach, als der arme Reiter aus dem Stall schlurfte und im Hauseingang verschwand.

Dieses Pferd würde keiner mehr reiten.

Und der Reiter würde immer ein armer Reiter bleiben.

 

Was für ein armer Reiter, oder?!

Er hatte nicht nur wenige finanzielle Mittel. Die viel schlimmere Armut war, dass er einfach keine Klugheit besaß.

Anstatt das Pferd fit zu reiten und es mit dem besten Futter zu versorgen, machte er aus dem Rennpferd einen faulen Gaul.

Klar, er hatte es doch nur gut gemeint mit dem teuren Pferd. Genauso meinen es auch viele Menschen gut mit ihrem Rennpferd im Stall, mit dem sie die Möglichkeit hätten, viele Rennen zu gewinnen und ihrem Leben eine andere Richtung zu geben. Welches Pferd meine ich? Nun, dieses „Pferd“ ist nichts anderes als die komplizierteste Schaltzentrale der Welt, mit 100 Milliarden Nervenzellen versehen.

Es ist unser Gehirn.

Wir meistern unser Leben am besten dadurch, dass wir dieses Gehirn nutzen, fördern, trainieren.

Eines habe ich aus meinen eigenen Niederlagen UND meinen Erfolgen gelernt: Beides fängt im Kopf an. Es hat in erster Linie nichts mit den Umständen, mit dem Arbeitsplatz oder den Menschen zu tun, sondern mit meinem Denken. Natürlich spielen auch die Umstände und Menschen eine wichtige Rolle.

Aber noch wichtiger ist mein Denken.

Erfolgreich denke ich dann, wenn ich meinen Geist mit dem richtigen Futter versorge. Wenn ich mein Kopfkino mit den richtigen Filmen bestücke. Das, was bei mir reingeht, das kommt auch in irgendeiner Weise wieder heraus.

Mein Leben ist zu einem großen Teil ein Ergebnis meines Denkens.

In den letzten Jahren las ich viele Bücher von Menschen, die in einem wichtigen Bereich ihres Lebens sehr erfolgreich waren. Sei es in der Wirtschaft, als Coach, im Sport oder im kirchlichen Bereich.Jedes Buch und jede Biographie erzählt ihre eigene persönliche Geschichte, und doch sind sich fast alle Autoren über eine Sache einig, nämlich was das beste Pferd in unserem menschlichen Stall ist. Es ist wichtiger als in einer guten Familie aufzuwachsen, ein hohes Gehalt zu haben oder im Lotto zu gewinnen.

Vor kurzem las ich in einer alten FAZ-Ausgabe (September 2005) von einem ehemaligen Lottogewinner aus Bayern, der einige Banken überfiel, weil er das gewonnene Geld schon längst wieder verloren hatte. In Thüringen machte dagegen ein Serieneinbrecher die Gegend unsicher, obwohl er acht Jahre vorher ca. 1,5 Millionen DM im Lotto kassierte, aber das Geld mittlerweile wieder verloren hatte. Schätzungen besagen, so die FAZ weiter, dass sage und schreibe 80% aller Lottogewinner nach zwei Jahren wieder bei Null oder sogar in den roten Zahlen angelangt sind. Es ist eben nicht das Geld, das wir Menschen brauchen, um nach oben zu gelangen oder stressfrei zu leben. Es ist auch nicht sonst ein glücklicher Umstand.

Es ist in erster Linie unsere Fähigkeit, richtig zu denken.

Nun, wenn ich schon mal Geschichten-Modus bin, lass mich gleich noch eine weitere anhängen.

Was wir von Herta und Elsbeth lernen können

Herta und Elsbeth, zwei ältere Jungfern, teilen sich eine gemeinsame Wohnung in einem Wohnblock. Seitdem vor einigen Wochen ein gut aussehender Mann im ähnlichen Alter im selben Wohnblock eingezogen ist, nagt die Neugier an ihnen. Sie wollen diesen Mann unbedingt kennenlernen.

Irgendwann kann es Elsbeth nicht mehr aushalten und sie wagt es, bei dem attraktiven Nachbarn zu schellen.

“Entschuldigen Sie die Störung”, fängt sie die Unterhaltung an, “aber meine Freundin und ich wollten und uns kurz vorstellen und fragen, ob Sie Morgen nicht mal zum Kaffee vorbei kommen möchten.”

“Ja, ich komme gerne vorbei. Ich kann ein bisschen Unterhaltung gut gebrauchen. Schließlich hab ich die letzten 20 Jahre im Gefängnis verbracht”, reagiert der Nachbar.

“Sie machen Scherze. Im Gefängnis? Was haben Sie denn angestellt?”

“Na, ich hab meine dritte Frau erschlagen.”

“Ihre dritte Frau erschlagen?”, meinte Elsbeth mit trockener Kehle. “Und was ist mit ihrer zweiten Frau passiert, wenn ich fragen darf?”

“Meine zweite Frau habe ich erschossen”, antwortet der Nachbar ohne Zögern.

“Erschossen”, wiederholte Elisabeth nachdenklich. “Und ihre erste Frau?”, wagt sie zu fragen.

“Oh, mit meiner ersten Frau hatte ich einen furchtbaren Streit und sie fiel unglücklich aus dem Fenster.”

Schnell verabschiedet sich Elsbeth und läuft hastig zurück in die Wohnung. Schon in der Tür ruft sie laut nach Herta, rennt ins Wohnzimmer und berichtet ihrer Freundin:

“Herta, du wirst es nicht glauben. Unser Nachbar, dieser gutaussehende Mann…

Er ist leeedig!!”

 

Ha. Selektive Wahrnehmung nennt man das.

Und wir alle leiden darunter.

Wir nehmen oft nur das wahr, wonach wir bewusst oder unbewusst Ausschau halten.

Erst seitdem ich mit meiner Frau aus Singapur verheiratet bin, sehe ich ständig und überall asiatisch-deutsche Paare. Etwas, das mir vorher kaum aufgefallen ist. (Naja, was heißt erst. Wir sind nun auch schon fast 15 Jahre glücklich verheiratet.)

Genauso geht es uns, wenn wir uns ein anderes Auto kaufen oder uns plötzlich für ein neues Thema interessieren. Wir nehmen Dinge wahr, die immer schon da waren, aber von uns nie gesehen wurden.

Jetzt fragst du dich vielleicht, was das mit deiner Lebensgeschichte zu tun hat?

Nun, unsere Lebensqualität kann sich extrem steigern, wenn wir entsprechend Ausschau halten und lernen, unsere Wahrnehmung zu erweitern und Dinge wahrzunehmen, die uns stark machen, unser Weltbild konstruktiv erweitern und Leidenschaft bewirken. Wenn wir Dinge sehen, die unsere Geschichte verändert und neue Wege eröffnet.

So viele Möglichkeiten und Lösungen sind oft weniger als einen Wohnblock entfernt.

Wir müssen sie nur sehen.

Und ihnen dann die richtige Bedeutung geben.

W + I = R

Wenn ich für die Buchstaben Zahlen einsetzen würde, dann könnte die Gleichung folgendermaßen aussehen: 9 + 6 = 15.

Wenn die 15 nun zu einer 20 heranwachsen will, geht das nur, wenn sich auf der anderen Seite mindestens eine der Zahlen entsprechend ändert, z.B. die 6 zu einer 11 wird. Dann hieße die Gleichung: 9 + 11 = 20. Solange sich links jedoch nichts ändert, wird rechts die 15 immer eine 15 bleiben.

Sie kann schwitzen, kämpfen oder Meditations- und Abnehmkurse besuchen. Solange die zwei Zahlen links nicht dazu bereit sind sich zu ändern, wird die 15 immer eine 15 bleiben. Die mathematische Gesetzmäßigkeit lässt es einfach nicht zu. Wenn sich aber die Zahlen links ändern, dann passiert auch auf der rechten Seite etwas.

Automatisch. Ohne jegliche Anstrengung.

So oft versuchen wir über Monate oder gar Jahre, unser Verhalten in einer Sache zu ändern, aber wir fallen blöderweise immer wieder in unsere alten Verhaltensweisen zurück.

Im Coaching und in der Beratung geht es deshalb im Grunde fast immer darum, die Perspektive zu wechseln. Neue Sichtweisen zu bekommen, Lösungen wahrzunehmen, Optionen zu erkennen, einen Durchblick in einer bestimmten Sache zu erhalten. Denn wenn sich in der Wahrnehmung und der Interpretation der Dinge etwas ändert, dann führt das oft fast automatisch und direkt zu ganz praktischen Veränderungen im Leben. Das Problem wird gelöst, der Stress löst sich auf, bessere Ergebnisse werden erzielt.

Manchmal geht es auch langsamer und passiert indirekter. Aber auf jeden Fall passiert immer dann etwas, wenn ich meine Wahrnehmung ändere und anfange, anders über die Dinge zu denken.

„Die wahre Entwicklung besteht nicht im Finden von neuen Ufern, sondern im Sehen mit anderen Augen.“
Marcel Proust

Wie ich jeden Morgen mit meinem Kopfkino ein Wunder erlebe

Dieses Thema könnten wir jetzt ausbreiten wie einen endlosen Teppich. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, wie wir unsere Wahrnehmung konstruktiv verändern. Aber ich möchte es hier bei einer Übung belassen.

Ja, man kann sagen, dass es ein extrem effektives Ritual ist. Ein Ritual, das einen starken Einfluss auf den ganzen Tag hat.

Und zwar setze ich mich morgens nach dem Aufstehen an einen ruhigen Platz in unserer Wohnung auf den Boden. Dann stelle ich mir einen Wecker auf zehn Minuten und bleibe ruhig sitzen. In Gedanken sitze ich nun metaphorisch in meinem eigenen Kopfkino.

Ich sitze also dort und genieße die Ruhe.

Und jetzt kommt es.

Ich sehe mir bewusst die Bilder und Filme an, die mir gut tun. Kraft geben. Die mein Denken verändern und mir Mut machen.

Bilder, die mein Selbstbild stärken und den Horizont erweitern.

Nun sind dies bei jedem andere Bilder. Meine Bilder und Filme würden dir vielleicht nicht wirklich gut tun.

Ich empfehle dir, einfach mal damit zu experimentieren.

Dich ausprobieren und kreativ zu schauen, welche Bilder gut tun und was dir Energie und Kraft gibt. Ohne dass du dabei in eine Traumwelt abtauchst, die nichts mit der Realität zu tun hat. Es sollten Bilder und Filme sein, die entweder schon Tatsache sind oder werden können.

Bei mir haben meine Bilder immer eine Menge mit Gott zu tun. Denn er spielt in meinem Leben nun mal eine große Rolle. Die ersten 10 Minuten konzentriere ich mich deshalb bewusst auf Gott und lasse entsprechende Bilder über meine innere Leinwand laufen. Gottesbilder. Eigenschaften Gottes, die mich wieder neu begeistern, mich innerlich entflammen und mir Mut und Kraft geben. Es ist fantastisch, was das mit einem machen kann.

Wenn der Wecker schellt, stelle ich ihn erneut auf zehn Minuten. In der nächsten Runde konzentriere ich mich dann auf meine Werte, mein Selbstbild und meine Ziele. Ich male Bilder vor meinem geistigen Auge, wie es ausschauen kann, wenn ich meine Werte konkret lebe. Ich sehe mich selbst, wer ich bin und was ich kann. Und ich visualisiere meine Ziele. Ziele, die Vorfreude in mir wecken.

Diese 20 Minuten sind mir extrem wertvoll geworden und ich will sie nicht mehr missen. Sie haben einen starken Einfluss auf meinen Tag.

Und die Qualität meines Lebens hängt nun einmal davon ab, wie ich jeden Tag dieses Lebens lebe.

Hal Elrod hat zu diesem Thema ein sehr empfehlenswertes Buch geschrieben: “The Miracle Morning. Die Stunde, die alles verändert”.

In diesem Buch beschreibt er, wie einige Rituale am Morgen sein Leben komplett verändert haben. Seine Beziehungen wurden verbessert. Seine Effektivität gesteigert. Seine Lebensqualität erhöht. Ja sogar sein Bankkonto ist enorm gestiegen. Es hat sich einfach alles verändern. Und das “nur” aufgrund dessen, was er morgens zuerst tut. Und dazu gehört eben auch das “Visualisieren”. Also das bewusste Sehen von inneren Bildern und Filmen.

Nun ist es natürlich egal, ob du dazu im Badezimmer auf dem Boden oder auf der weichen Couch sitzt. Wichtig ist allein, dass du ungestört bist und Zeit für dich hast, um bewusst deine WIRklichkeit zu ändern. Deine Wahrnehmung zu schärfen. Den Dingen die richtige Bedeutung zu geben. Dein Kopfkino mit den richtigen Bildern und Tönen zu bestücken. Und dann entsprechend positiv und energiegeladen auf das Leben zu reagieren.

Ist das nicht wunderbar?! Wir können unsere WIRklichkeit verändern.

Indem wir unsere Sichtweise verändern.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine wirklich gute Wirklichkeit.

Eine Wirklichkeit, die dich stark macht und andere Menschen bereichert.