Hinfallen ist nicht schlimm. Liegenbleiben – das ist tragisch.

Damit dies nicht passiert, erzähle ich dir hier den zweiten Teil meiner Geschichte.

Hier kannst du den Artikel als Audio hören. 

Im ersten Teil meiner Geschichte ging es um drei dicke Fehler, die ich gemacht hatte. Falls du diesen ersten Beitrag noch nicht gelesen hast, klick dich doch HIER einfach mal rein.

Und nun geht’s weiter.

Ich leitete also voller Leidenschaft die Organisation, die ich gegründet hatte. Mitarbeiter waren voller Feuer dabei. Ich arbeitete, was das Zeug hielt.

Dabei vernachlässigte ich gnadenlos meine Familie.

Und hatte eindeutig zu wenig Pausen für mich selbst.

Ein Rezept, das weder schmeckte noch gesund war.

Und langsam merkte ich, wie der Burnout an die Tür klopfte. Oder sagen wir – ich hätte es gemerkt, wenn ich wirklich mal hingehört hätte. Stattdessen ärgerte ich mich nur über den Lärm an der Tür und konzentrierte mich weiter artig auf das Große, und das mit ganzer Leidenschaft. Bei jedem neuen Projekt war ich immer noch Feuer und Flamme.

Aber gleichzeitig merkte ich, dass die Kräfte weniger wurden.

Die ersten Anzeichen für den Burnout waren körperlich:

  • Seit vielen Monaten litt ich bereits unter einer chronischen Gastritis. Oft wachte ich nachts wegen starken Sodbrennen auf und musste mir Maloxan einwerfen, bevor ich weiter schlafen konnte. Aber gut – wer hat heute schon kein Sodbrennen, war mein Reden.
  • Aber auch mein Gewicht wollte hier mitreden. Innerhalb von 4 Jahren nahm ich 12 kg zu, was aber auch normal sein kann, wenn die Frau so gut kocht. Ja, an Ausreden hat es mir nicht gemangelt.
  • Meine Haut zeigte immer schlimmere Ausschläge. Wenn der Stress besonders schlimm war, bekam ich ganz geschwollene Lippen.
  • Das Immunsystem musste natürlich auch sehr laut mitreden – es wurde immer schwächer. Viele wichtige Treffen und Veranstaltungen musste ich wegen Krankheit absagen und ich lag immer öfters krank im Bett, weil mich die Grippe wieder uneingeladen besuchte.
  • Hinzu kam das Zittern in den Händen und eine unkontrollierbare Unruhe in den Beinen. Diese Unruhe machte mich immer nervöser, besonders wenn ich abends im Bett lag. Oft zuckte ich zusammen, wenn das Telefon klingelte.

Aber auch die emotionalen Anzeichen waren mehr als deutlich:

  • Für mein sonstiges gewohntes Verhalten wurde ich unangemessen gereizter und unausgeglichen. Ich erinnere mich an mehr als einen Streit, in dem ich rasend vor Wut aus der Wohnung lief. Oft brauchte es nur kleine Auslöser, um mich an die Decke gehen zu lassen.
  • Hinzu kam, dass kleine Probleme, die vorher ein kleiner Hügel für mich waren, immer mehr zu unüberwindlichen Bergen wurden. Oft lag ich schlaflos im Bett und grübelte über ein Problem nach, das aufgrund seiner Größe einfach nicht wert war, dafür überhaupt ins Grübeln zu kommen.
  • Männer versuchen so etwas zu vergessen – aber aus meinem Tagebuch lese ich, dass ich in dieser Zeit oft ohne Grund anfing zu weinen. Es gab keinen nennenswerten Auslöser – ich war einfach nur total erschöpft.
  • Sehr stark merkte ich den Burnout dann durch meine abnehmende Leistungsfähigkeit. Ich brauchte immer öfters viel mehr Zeit, um dieselbe Leistung zu bringen wie vorher. Die gleiche Strecke war so viel anstrengender – so als ob ich nur noch auf einem Bein statt auf beiden laufe.
  • Bei alldem war ich immer total müde und abgespannt. Ich erinnere mich, dass ich öfters im Auto fuhr und meinte: „Johannes, ich kann nicht mehr. Ich kann einfach nicht mehr.“

Bei all den Symptomen hätte ich eigentlich längst reagieren sollen. Aber ich fuhr mit ganzer Kraft (die mir noch zur Verfügung stand) weiter. An einem Juniabend 2006 trafen wir uns mit einigen Mitarbeitern, um ein neues Projekt zu besprechen. Wie gewohnt war ich begeistert dabei.

Am nächsten Morgen brach ich dann unter der Dusche unter Weinkrämpfen zusammen.

Ich konnte nicht mehr. Jetzt konnte ich wirklich nicht mehr! Nachdem ich aus der Dusche gestiegen war, fuhr ich den ganzen Tag ruhelos durch die Gegend. Ich weinte. Ich fühlte mich so hilflos. Alles war so demütigend. Ich konnte nicht mehr.

So schwer es mir auch fiel – aber ich musste zum Arzt. Der Arzt blickte sofort durch und schrieb mich krank.

Diagnose: Burnout.

Ich legte meine Leitungsposition und Ämter nieder, zog mich von fast allen Menschen zurück und brauchte sechs Monate, um wieder einigermaßen auf die Beine zu kommen. Dieser ausgebrannte Zustand und die 6-monatige Auszeit war ein enormer Einschnitt in mein Leben.

Vieles hat sich daraufhin geändert. Manches sofort, aber das meiste Schritt für Schritt.

In den ersten Wochen tat ich nicht viel. Mal schlief ich 16 Stunden am Stück, dann blieb ich auch mal 36 Stunden wach – ganz abhängig von den Tabletten, die die Ärzte an mir ausprobierten. Aber die Tabletten halfen in meinem Fall nicht wirklich.

Das Beste und auch für mich medizinisch hilfreichste war in meinem Fall die „genötigte“ Auszeit, dieses durch den Nervenzusammenbruch erzwungene absolute Nichtstun und die Befreiung aller Verantwortung.

Mit dem Fahrrad fuhr ich stundenlang durch die Gegend, machte Spaziergänge durch den Wald  oder verkroch mich für einen halben Tag in der Bibliothek. Alle paar Wochen ging es zum Arzt. Auch den Psychotherapeuten habe ich aufgesucht und für einige Monate eine Nervenärztin konsultiert. Dies waren wertvolle Gespräche, die mir geholfen haben, mich selbst besser zu reflektieren.

Habe ich eine stationäre Behandlung in Betracht gezogen? Auf jeden Fall. Aber in unserem Fall wäre dies nicht so einfach gewesen. Denn nicht nur ich war krank, sondern auch meine Frau war depressiv und sollte mit den Kindern nicht alleine gelassen werden. Deshalb entschied ich mich gegen eine Behandlung im Krankenhaus.

Mit der Zeit ging es mir immer besser. Ich verlor 15 kg überflüssiges Gewicht, nahm an Energie zu und fühlte mich wieder besser – aber dieser Prozess brauchte ein halbes Jahr. Anschließend war der Tank lange noch nicht voll, aber ich war aus dem roten Bereich raus.

An dieser Stelle lass mich eine Zwischenbemerkung einwerfen: Je länger wir nichts gegen einen aufkommenden Burnout unternehmen und je später wir damit anfangen, den Tank wieder aufzufüllen, desto länger braucht es, um wieder voll-fit zu sein. Bei mir hat das Auffüllen eine lange Zeit gebraucht – aber ich hatte auch viele Jahre nichts dagegen unternommen. Egal, wie fit und stark du noch bist. Es lohnt sich auf jeden Fall immer,  HEUTE damit zu beginnen, dass du in mehr Stärke und Entspannung investierst.

 

Die beste Hilfe kam von mir selbst

Die langfristig beste Medizin war sicher die bewusste Zeit mit mir selbst. Ich meine damit nicht die Zeit, die ich vor dem Fernseher oder PC verbrachte, sondern die Zeit mit mir selbst! Zeiten, in denen ich entweder wirklich NICHTS tat oder Dinge, die mir gut taten. Zum Beispiel, dass ich über meinen Werdegang NACHDACHTE und überlegte, wie es zum Burnout gekommen war.

Anfangs war dies natürlich nicht möglich und ich war froh, wenn ich überhaupt den Müll runterbringen konnte. Vernünftige Gedanken zu fassen war in den ersten Monaten nicht wirklich möglich. Stattdessen lag ich stundenlang im Bett oder auf dem Sofa.

Aber je besser es mir ging, desto mehr Kraft konnte ich auch aufbringen, um bewusst zu reflektieren. Ich schrieb mir Eindrücke ins Tagebuch, schaute in mein Innenleben, beschäftigte mich mit meinen Glaubenssätzen und inneren Überzeugungen.

  • Warum ist es zum Burnout gekommen?
  • Was habe ich getan, gedacht und zugelassen?
  • Was habe ich nicht getan und übersehen, sodass es zum Burnout gekommen ist?
  • Was kann ich tun, um in Zukunft solch einen Zusammenbruch zu vermeiden?
  • Welche Umstände und Denkweisen müssen sich ändern?

Diese Zeiten der Reflektion waren für mich sehr wertvoll. Denn keine Auszeit macht langfristig Sinn, wenn ich anschließend so weitermache wie bisher. Einen Fehler zu machen – das ist menschlich. Einen Fehler mehrmals zu machen – das ist Dummheit.

 

Mutig weiter nach vorne

Nach sechs Monaten Auszeit und neuen Erkenntnissen in der Tasche fühlte ich mich stark genug, um wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Mutig übernahm ich wieder die Leitung der Organisation und stürzte mich in neue Projekte.

Für unser Leitungsteam und auch für mich als Leiter nahmen wir professionelles Coaching in Anspruch. Es wurden ein paar Dinge geändert – sowohl privat als auch beruflich. Und trotzdem waren diese Veränderungen im Nachhinein nicht radikal und nachhaltig genug. Ja, ich hatte einige Denk- und Verhaltensstrukturen ansatzweise geändert und war anscheinend auf einem guten Weg. Aber langsam schlitterte ich wieder in alte Gewohnheiten.

Zu dieser Zeit hatte ich neben meiner Leitungstätigkeit noch einen weiteren Job angenommen – und zwar als Hochzeitsredner. Hier konnte ich meine Leidenschaft für das Begeistern von Menschen noch stärker ausleben und ich war mit Vollblut dabei.

Aber trotzdem zog diese Tätigkeit gleichzeitig weitere Energien aus meinem sowieso noch lange nicht gefüllten Tank.

Es kam der Punkt, an dem ich mir eingestehen musste, dass mein Energietank schon wieder gefährlich leer war. Die Symptome kamen zurück und manche Heulkrämpfe jagten mir einen gehörigen Schrecken ein. Es war meiner Frau und mir schnell klar, dass es so langfristig nicht weitergehen konnte.

 

Eine wichtige Entscheidung

Und so traf ich eine radikale ENTSCHEIDUNG. Im Nachhinein merke ich, dass diese Entscheidung nicht nur not-wendig, sondern sehr wertvoll war. Die richtige Entscheidung zu treffen kann der entscheidende Faktor für Erfolg und Misserfolg sein. Ich entschied mich also, die Organisation in andere Hände zu übergeben und mich ganz rauszuziehen. Glücklicherweise hatte mich ein guter Freund gefragt, in seiner Firma – einem mittelständischen Unternehmen – mitzuarbeiten. Nachdem ich erst abgelehnt hatte, nahm ich einige Monate später das Angebot doch an und fing 2009 als Marketingbeauftragter in seinem Unternehmen an. Mittlerweile bin ich dort als Personalentwickler tätig und tue das, was meiner Leidenschaft entspricht: in Menschen investieren.

Übrigens – vor meiner Anstellung machte ich noch eine einjährige Ausbildung zum zertifizierten Personal Coach bei Xpand. Diese integrative Ausbildung gab mir einen großen Werkzeugkasten mit auf den Weg. Mit den vielen guten Einsichten und Coaching-Tools war es mir nun möglich, nicht nur mich selbst stärker zu coachen, sondern auch anderen Menschen zu helfen.

 

Ende gut. Alles gut!?

Jetzt würde ich gerne schreiben: Ende gut, alles gut. Aber so war es nicht. Noch nicht!! Der Druck war durch den neuen Beruf erst einmal komplett rausgenommen. Stress in der neuen Stelle? Sicher, aber trotzdem kein Vergleich mit meiner alten Position als Leiter einer Organisation. Jetzt ging es stressfrei und in einer angenehmen Geschwindigkeit zu. Für die emotionale Stabilität und auch für meine Familie war dies ein wichtiger Schritt nach vorne. Es tat so gut!

Deshalb war es auch verwunderlich, dass sich da ein neuer Feind in unser Leben einschlich. Und dieser hieß Krankheiten. Mein Körper wurde schwächer, ich kämpfte mit einem schwachen Immunsystem, schmerzhaften Prostataproblemen, und es passierte noch etwas für mich sehr tragisches:

Ich verlor meine Stimme.

Nach einer schweren Grippe hatte ich auch nach der Genesung immer noch keine Stimme. Erst dachte ich mir nichts dabei, aber dann fand ich es doch komisch.

Also ging es zum Arzt.

Diagnose: Stimmbandlähmung. Die Chance, dass ich wieder sprechen könnte, lag bei 50%.

Für mich ein großer Schock. Gerade als Redner – und ich war auch trotz meiner Anstellung zwischendurch immer noch als Redner unterwegs – war meine Stimme mein wichtigstes Werkzeug.

Es war zum Heulen.

Gott sei Dank ging es nach sechs Monate Logotherapie wieder besser und ich habe mein gesundes Stimmband soweit trainiert, dass ich wieder vernünftig sprechen kann. Auch wenn die Stimme mir ab und zu immer noch mal versagt.

Nun, das waren nur ein paar Herausforderungen von mehreren, die ich bezüglich der Gesundheit hatte.

Die Arztbesuche wurden in dieser Zeit also immer öfter, aber gleichzeitig stieg auch die Enttäuschung über die Schulmediziner. Sie hatten oft wenig Zeit. Kaum Interesse. Keine Lösungen. Warum auch? Wenn der Patient wirklich gesund wird, hat der Doktor ja nichts mehr zu verdienen. Du spürst hier einen gewissen Frust den Schulmedizinern gegenüber. Natürlich kann man auch sie nicht über einen Kamm scheren, aber trotzdem wusste ich, dass ich hier nicht viel erwarten kann.

Also nahm ich die Situation und auch die Verantwortung für meine Gesundheit stärker in meine Hände. Dem Arzt ist es vielleicht egal, ob ich gesund werde, aber mir und meiner Familie ist es nicht egal. Ich war es leid, dass meine Kinder schon davon sprachen, dass Papa vielleicht bald nicht mehr leben wird. Ich wollte nicht, dass meine Frau irgendwann alleine mit den Kindern dasteht, WENN es in meiner Möglichkeit liegt, dies zu verhindern.

Meine neuen Schritte:

  • Ich besuchte einen Heilpraktiker und ließ mich von ihm einmal richtig durchchecken. Das Geld dafür lohnte sich unbedingt.
  • Ich ließ einen umfangreichen Nahrungsmittel-Unverträglichkeits-Test machen und stellte fest, dass ich gegen viele Nahrungsmittel allergisch reagiere.
  • Auf eigene Kosten machte ich eine Kur, um körperlich mehr zu Kräften zu kommen und eine hervorragende Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen.
    Seit der Zeit lese ich dazu immer wieder gute Bücher und höre Vorträge von Experten zu Gesundheitsthemen. Ich setzte das Thema Gesundheit auf meine Prioritätenliste und bleibe seitdem dran, mich immer wieder damit auseinanderzusetzen.
  • Die Folge all dieser hervorragenden Maßnahmen: Ich stellte (nicht nur) meine Ernährung um sondern baute weitere sehr wesentliche Elemente in meinen Alltag ein.

Langsam aber stetig wurde es immer besser und viele Krankheiten verschwanden.

Das Fazit kann am besten mit einem Satz zusammengefasst werden, den meine Schwester auf einer Familienfeier brachte: „Alle von uns scheinen älter zu werden – nur Johannes wird immer jünger.“

Genauso fühle ich mich auch. Ich bin sicher nicht jeder Krankheit gefeit. Als Arbeits-Begeisterter weiß ich auch weiterhin um meine Gefahr, auszubrennen oder meine körperlichen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Meine Lebensqualität ist auf einer Skala nicht immer ganz oben angesiedelt.

ABER es geht mir weitaus besser als viele Jahre zuvor. Ich fühle mich viel fitter, bin auf einem gesunden Weg und habe  Einsichten, Erfahrungen und Tools gewonnen, die mich und andere stärker und entspannter machen können.

Viele gute Strategien und Tipps haben mir geholfen, dass ich heute stärker und entspannter lebe.

Aber eines hat sich in dieser ganzen Zeit nicht geändert:

Der Wunsch, andere zu inspirieren und einen Beitrag zu leisten. Sodass auch andere Menschen ihre Geschichte stärker schreiben.

Ich bin davon überzeugt, dass Gott uns Menschen als soziale Wesen geschaffen hat. Wir leben als Community, beeinflussen uns gegenseitig, sind voneinander abhängig und bereichern uns selbst, wenn wir es lernen zu geben.

Deshalb diese Geschichte.

Sie soll nicht einfach nur erzählen, was ich erlebt habe. Sondern sie soll anderen Menschen eine Inspiration sein.

Wie kannst du von dieser Geschichte profitieren?

Ein sehr praktischer Impuls aus diesem Beitrag kann sein, dass du selbst einmal deine persönliche Geschichte reflektierst!

  • Welche Phasen hast du in deinem Leben durchlebt?
  • Welche Entwicklungen erkennst du?
  • Welche Menschen haben dich inspiriert?
  • Wie hast du Probleme überwunden?
  • Wofür bist du dankbar?
  • Wie kannst du deine Geschichte nutzen, um andere zu inspirieren?

Ich bin überzeugt, dass eine Stunde Rückzug und bewusstes Reflektieren ganz viel mit dir machen kann.

  • Du erinnerst dich an wertvolle Momente.
  • Dir wird klar, welche Probleme und Hindernisse du schon überwunden hast.
  • Du wirst dankbar.
  • Du wirst vielleicht auch betroffen, weil du noch in einem Kapitel festhängst, das du eigentlich gerne abgeschlossen hättest.
  • Aber auch solch eine Betroffenheit ist manchmal ganz hilfreich.

Dazu eine kurze Geschichte von dem Hund, der stöhnend auf der Veranda des Hauses sitzt, während sein Herrchen im Garten arbeitet.  Der Nachbar kommt vorbei und sieht den Hund stöhnen. Interessiert fragt er das Herrchen: “Sag mal, warum stöhnt denn dein Hund so”.

“Na”, antwortet der Hundebesitzer, “der sitzt auf seinem Schwanz. Und das tut natürlich ganz schön weh.”

“Ja, warum steht er denn dann nicht auf und setzt sich anders hin”, fragt der Nachbar.

“Nun. Sooo weh tut es ihm auch wieder nicht”, bekommt er zur Antwort.

Also, wenn ich ehrlich bin, kommt mir diese Geschichte bekannt vor. Nicht nur, weil ich sie schon öfters gebracht habe, sondern weil ich mich darin wiederfinde.

Stöhnen. Aber nichts unternehmen. Denn soooo schlimm ist es auch wieder nicht, dass ich dafür meinen Hintern bewege und etwas verändere.

Zurück zu deiner Geschichte.

Dein Leben und deine Situation ist mit Sicherheit eine völlig andere als meine.
Vielleicht bist du noch nicht mal in Hörweite eines Burnouts.
Vielleicht bist du momentan auch sonst topfit.
Vielleicht läuft bei dir momentan sowieso alles gerade super rund. Dann herzlichen Glückwunsch.
Du kannst Gott danken und solltest diese Zeit unbedingt genießen.
Und andere davon kosten lassen. In welcher Form auch immer.

Aber vielleicht gibt es ja auch bei dir Dinge, über die du stöhnst. Weil sie dir Schmerzen verursachen. Aber sie sind eben noch nicht so schlimm, dass du etwas unternehmen würdest.

Falls das der Fall ist, dann kommt hier eine gute Coaching-Frage, die du dir stellen kannst:

“Ich stelle mir vor, ich lebe so weiter wie bisher. Dieselben Gewohnheiten. Dieselben Situationen. Dieselben Tätigkeiten. Wo bin ich dann in zwei Jahren und wie wird es mir dann ergehen?”

Ist doch gar nicht so schlecht, diese Frage. Oder?

Denn eines ist klar – wir können zwar alles beim Alten belassen, aber trotzdem bleibt nichts, wie es ist. Es wird entweder schlimmer oder besser. Die Frage ist, in welche Richtung es geht.

Viktor Frankl hat dazu etwas Wichtiges zu sagen:
“Mensch sein heißt ja niemals, nun einmal so und nicht anders sein müssen, Mensch sein heißt immer, immer auch anders werden können.”

Lass uns gemeinsam bewusst Mensch sein. Und das bedeutet, dass wir unsere Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen ernst nehmen.
Es bedeutet, dass wir uns verändern können und verändern sollen. Immer wieder. Immer weiter.
Nicht immer größer und höher und schneller.
Manchmal auch bewusst ruhiger und entspannter.
Aber eben verändern.

In meinem Leben haben mich manche Menschen besonders positiv geprägt.

Diese Menschen haben alle etwas gemeinsam:

Sie leben verantwortlich und feilen stetig an dem wichtigsten Werkzeug, mit dem sie andere Menschen inspirieren: sich selbst.

Mit diesem Werkzeug prägen sie andere. Sie hinterlassen lesbare und positive Eindrücke und Spuren.

Wie ein Stift, der in dem Notizbuch einen Text hinterlässt, der auch noch gelesen werden kann, wenn der Stift schon wieder in der Schublade liegt.

Wäre das nicht super, wenn wir ebenfalls als “Stift” gute Texte hinterlassen, die andere Menschen inspirieren?

Dieser Gedanke motiviert mich. Er spornt mich an.

Lass uns gemeinsam mit unserem Stift – unserer Persönlichkeit – Spuren hinterlassen und Geschichte schreiben.

Eine Geschichte, die anderen hilft.

Und die auch für uns lesenswert ist und unsere Lebensqualität steigert.

In diesem Sinne wünsche ich dir

viele Inspirationen,

Johannes

Hier geht es zum ersten Teil meiner Geschichte.