Urlaubsstress in Taiwan. Tropisches Wetter, taiwanesische Traditionen und ein Taifun haben uns ganz schön herausgefordert.  Aber es hat sich gelohnt.

In diesem Artikel will ich dir kurz erzählen, wie sich mein Urlaubsstress auflöste.

Als Familie erlebten wir 2014 vier Wochen Taiwan-Abenteuer und konnten eine gute Sache mit Urlaub verknüpfen. In drei Ferien-Englisch-Camps in unterschiedlichen Regionen des Landes unterrichteten wir Englisch und arbeiteten mit Einheimischen zusammen. Zwischendurch hatten wir Zeit für uns und zum Entspannen.

Mehr Urlaubsstress als gewollt

Nach anstrengenden aber interessanten Englisch-Camps sollte die letzte Woche ein schöner Badeurlaub werden. Die Kinder freuten sich drauf, und kaum angekommen liefen wir auch gleich zum Strand. Aber es sollte das einzige Mal bleiben.

Denn ein starker Taifun war im Anflug, die meisten Gäste hatten abgesagt und der Badestrand sollte ab morgen gesperrt sein. Uns blieb nichts übrig, als in die Hauptstadt Taipei zu ziehen. Dort waren wir sicher.

Was machen wir nun mit einer Woche Urlaub in der Millionenstadt Taipei? Ein innerer Stress und Frust wollte sich in mir breit machen. Mensch, eine Woche in Taipei. Vielleicht das einzige Mal im Leben. Das muss doch genutzt werden. Wir sollten wenigstens die wichtigsten Tempel besuchen. Museen anschauen. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten abklappern.

Schließlich muss die Speicherkarte der Kamera mit interessanten Bildern gefüllt werden. Wir müssen doch was zum Erzählen haben!

Unsere Kinder dagegen wollten eigentlich nur eines: Schwimmen gehen. Darauf hatten sie sich gefreut. Und meine Frau brauchte auch nur eines: Ruhe und Entspannung.

Was tun? Sollte ich alleine losziehen?

 

Der wahre Auslöser für meinen Urlaubsstress

In dieser inneren Zerrissenheit machte ich plötzlich eine Entdeckung: Die Stimme in mir, die mir die ganze Zeit sagte, was ich alles machen sollte und welche Plätze ich besuchen will – diese Stimme war nicht meine eigene.

Es war die Stimme von fiktiven Freunden, Arbeitskollegen oder wem auch immer, die mir einreden wollten, wie man einen Urlaub in einer fremden Großstadt zu nutzen hat. Die Stimme sagte mir: Du solltest, du musst doch, du kannst doch nicht…!

Es war also nicht das Englisch-Camp oder der Taifun, der mich stresste. Es waren vor allen Dingen die inneren Stimmen, die mir Urlaubsstress bereiteten.

 

So hat sich der Urlaubsstress reduziert

Als ich das merkte, konzentrierte ich mich wieder auf das, was meiner Meinung nach wirklich wichtig war.

Die Frage, die wir uns übrigens immer wieder stellen und die unser Maßstab für jede Entscheidung sein sollte: Wie will ich werte-voll leben (und dementsprechend auch den Urlaub verbringen), damit ich morgen stärker, reicher und entspannter bin als gestern und dabei auch noch andere bereichert habe?

Als ich meine innere Werte-Liste gedanklich noch mal durchging, löste sich der innere Urlaubsstress.

Denn was ist mir persönlich sehr wichtig und wie verbringe ich am liebsten meine Zeit?

1. Sehr wichtig ist mir, in die Familie zu investieren und Zeit mit ihr zu verbringen. Wo und wie, das ist zweitrangig. Hauptsache, wir verbringen qualitative Zeit miteinander.

2. Ein zweiter wichtiger Wert ist für mich eine entspannte Gesundheit. Es ist mir wichtiger, entspannt und gesund aus dem Urlaub zu kommen als abgekämpft und gestresst, auch wenn ich dafür mehr zu erzählen hätte!

3. Meine Lieblingsbeschäftigung ist Lesen. Ein gutes Buch füllt meinen inneren Tank um ein Vielfaches mehr auf als der Besuch von Sehenswürdigkeiten.

4. Ein weiterer Wert ist für mich, dass ich mich in andere Menschen investiere und dazu beitrage, dass Menschen reicher, stärker und entspannter werden. Deshalb unsere Hilfe bei den Englisch-Camps.

Beim Durchdenken meiner Werte löste sich der frustige Knoten und wir konnten entspannt gemeinsam das tun, was uns allen wichtig war.

Die Besichtigungen wurden abgesagt, denn dazu hatte keiner von uns wirklich Lust. (Außer natürlich das dritthöchste Gebäude der Welt, das haben wir uns nicht entgehen lassen.) Stattdessen verbrachten wir viele entspannte Stunden in den Buchläden und der großen Stadtbibliothek. Abends ging es dann ins Schwimmbad.

Während andere Touristen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzten und der laute Alltag durch die Straßen jagte, verbrachten wir die Tage ruhig und entspannt. Und wir waren sehr zufrieden.

 

Wie auch du deinen Urlaubsstress reduzierst

Vier Wochen Taiwan haben viele Erinnerungen hinterlassen. Wir haben so viel erlebt, interessante Menschen getroffen und Nöte kennen gelernt. Ich könnte dir noch so viel erzählen.

Aber genau das ist die Herausforderung, vor der du ebenfalls jeden Tag stehst. Du könntest so viel tun, so viele Gelegenheiten wahrnehmen, die Freizeit und den Urlaub auf so viele unterschiedliche Arten verbringen.

Und jedes Mal musst du dich entscheiden.

Ich wünsche dir, dass du dich immer wieder für einen Urlaub ohne Stress entscheidest. Und genauso auch einen Feierabend ohne Stress. Ein Wochenende ohne Stress.

Abenteuer ja.
Leidenschaft. Klar.
Menschen helfen. Auch gut.

Aber kein Urlaubsstress, der nicht sein muss.
Ein Stress, den wir uns selbst machen.
Ein Stress, weil wir den Status-Quo erfüllen wollen.

In diesem Sinne wünsche ich dir noch viele wertvolle Urlaube ohne Stress.