Hier kannst du den Artikel auch hören. 

Es war Weihnachtszeit.

Unsere jüngste und damals noch kleine Tochter kam zu mir und fragte, ob ich ihr ein paar Nüsse knacken könne.

Das hätte ich natürlich sehr gerne getan. Es war schließlich Weihnachtszeit.

Aber wenn ich meine Tochter wörtlich nehmen müsste, hätte mir das doch so einige Schmerzen bereitet.

Warum?

Sie hatte das erste “n” im Knacken vergessen. Und Nüsse zu knacken, ohne das erste n im Wort, ist doch recht unangenehm.

Nun, diese kurze Begebenheit erinnert uns daran, dass ein kleiner Buchstabe einem Wort eine völlig neue Bedeutung geben kann.

Nüsse zu knacken oder Nüsse zu k…., ach lassen wir das.

Meine Nichte zeigte mir vor einiger Zeit die Facebook-Seite: “Komm essen wir Opa” – Satzzeichen retten leben. Auf der Seite ging es um die richtige Rechtschreibung.

In dem Satz kommt es darauf an, wo das Komma gesetzt wird, ob man MIT Opa isst oder DEN Opa isst.

Genauso ist es auch ein Unterschied, ob wir die Katze füttern oder futtern.

Es sind die kleinen Unterschiede, die fatale Auswirkungen haben können,  würde man das Geschriebene wörtlich nehmen und umsetzen.

Genau dasselbe gilt auch für unsere Lebensqualität.

Oft sind es kleine Änderungen an unserem Verhalten, unseren Gewohnheiten, unserer Lebensweise, die unserem ganzen Leben eine neue Bedeutung geben können.

Änderungen, die sich eingeschlichen haben und die Lebensqualität erheblich senken.

Oder positive Änderungen, die wir bewusst vornehmen und die dem Leben eine neue Qualität verleihen.

Was meine Lebensqualität mit dem QS-Management eines erfolgreichen Unternehmens zutun hat

Vor einiger Zeit saß ich mit einem Kollegen zusammen. Er ist für die Qualitätssicherung (QS) in der Firma zuständig, in der ich als Personalentwickler tätig bin.

Wir sprachen über Maßnahmen zur Qualitätssicherung- ein wichtiges Thema.

Denn natürlich wollen wir zu jeder Zeit eine hohe Qualität sicherstellen und alles tun, damit unsere Kunden mit Recht 100%ig zufrieden sind.

Dafür brauchen wir eine hohe Qualität bezüglich

  • aller Arbeitsprozesse
  • unserer Produkte
  • unseres Services

Um diese Qualität sicherzustellen, gibt es in unserer Firma ein ganzes Team. Dieses Team sorgt dafür, dass

  • es für bestimmte Arbeitsabläufe konkrete Vorgaben und Standards gibt, die einzuhalten sind.
  • die Ergebnisse und somit die Qualität der Produkte regelmäßig geprüft werden.

Nur so kann die Qualität sichergestellt werden.

Nach dem Gespräch mit dem Kollegen dachte ich bei mir selbst: Nicht nur eine Firma braucht ein QS-Management.

Auch wir als Einzelperson brauchen ein QS-Management!

Damit sich eben keine kleinen Fehler oder Gewohnheiten einschleichen und unsere Lebens-Qualität  Kratzer bekommt.

Denn das würde weder uns zufriedenstellen noch unsere Kunden, sprich alle Menschen, auf die wir einen Einfluss haben.

Wir brauchen also ein QS-System für unsere ICH GmvH. (GmvH = Geschöpf mit voller Haftung. 🙂

Du und ich – wir besitzen vielleicht keine Firma. Aber wir sind mit einem Leben und einer Persönlichkeit beschenkt. Wir haben Talente, Aufgaben und kommen mit Menschen zusammen, denen wir unsere “Dienstleistung” zur Verfügung stellen. Wir alle haben unsere eigene ICH GmvH. Dafür sind wir verantwortlich.

Diese ICH GmvH und die Sicherung der Qualität ist definitiv wichtiger als das QS-System, das wir in der Firma aufsetzen. (Sorry, Chef. Falls du das liest und die Sache anders siehst, sollten wir mal darüber reden. 🙂 )

Sogar für die Firma ist die Qualität der Mitarbeiter erst mal wichtiger als die Qualität der Prozesse.

Ich als Mitarbeiter bin der Firma, dem Unternehmen, meinem Arbeitgeber oder für wen ich auch immer arbeite in dem Maße ein Mehrwert, in dem ich selbst gut und stark aufgestellt bin.

Das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind in der Regel nicht Mitarbeiter, sondern GUTE Mitarbeiter.

Jedes Unternehmen ist angewiesen auf gute Mitarbeiter, die Qualität mitbringen. Qualifiziert sind. Mitarbeiter mit den richtigen Qualifikationen.

Also, ob für dein Beruf oder deine anderen Lebensbereiche – ein persönliches QS-System macht Sinn, oder?

 

Der Maßstab deiner Lebensqualität

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von Qualität sprechen?

Nun, das Wort kommt aus dem Lateinischen (Qualitas) und bedeutet Beschaffenheit, Verhältnis, Eigenschaft. Und dies in zweierlei Hinsicht.

1. Neutral: Qualität ist die Summe aller Eigenschaften eines Objektes, Systems oder Prozesses. Eine Lederjacke kann z.B. eine weiche Qualität, also eine weiche Beschaffenheit haben.
2. Bewertet: Qualität als die Güte aller Eigenschaften eines Objektes, Systems, Prozesses. Hier wird definiert, wie gut etwas ist.

Um diese zweite Art der Qualität geht es meistens bei QS-Systemen.

Und darum geht es auch in diesem Artikel.

Qualität ist in diesem Zusammenhang also immer etwas bewertetes. Immer in Relation zu etwas anderem.

Als Beispiel die bekannte Frage: “Ist das Glas halbleer oder halbvoll?”

Nun, dies kommt auf den Referenzpunkt an, an dem wir uns orientieren.

War das Glas vorher ganz leer und wird gerade gefüllt, dann ist es an dem besagten Zeitpunkt halbvoll. Irgendwann ist es ganz voll. Der Referenzpunkt ist “Voll”.

War das Glas vorher ganz voll und wird langsam (hoffentlich nicht) auf den guten Teppich ausgeschüttet, dann ist es irgendwann halbleer. Und kurze Zeit später ganz leer. Der Referenzpunkt wäre hier “Leer”.

Um also etwas zu bewerten, brauchen wir einen Referenzpunkt.

  • Ist mein Leben qualitativ hochwertig? Erfüllt? Reich? Es kommt auf den Referenzpunkt an.
  • Ist meine Persönlichkeit stark? Entspannt? Vorbildhaft? Es kommt auf den Referenzpunkt an.
  • Ist meine Geschichte inspirierend? Für mich und andere bereichernd? Es kommt auf den Referenzpunkt an.

In der Bildung spricht man auch von Qualifikationen. Menschen bilden sich weiter, um sich dadurch zu qualifizieren. Sie sind anschließend geeigneter, fähiger, erfahrener als vorher. Als andere.

Es kommt immer auf den Referenzpunkt an. Auf den gesetzten Maßstab, an dem wir uns orientieren. Nur dadurch können wir eine Qualität bewerten, messen, festlegen. Und nur dann können wir sie auch sicherstellen.

 

Die drei Phasen deiner persönlichen Qualitäts-Sicherung

Das Ganze ist glasklar ein komplexes Thema. Nicht in einem Artikel abzuhandeln. Es ist ein Lebenswerk.

Aber ein paar Impulse können natürlich helfen. Ganz im Sinne des Anfangs: Eine kleine Änderung kann der ganzen Sache schon eine neue Bedeutung geben.

Fangen wir also klein an. Und freuen uns auf großartige Resultate. 🙂

Fangen wir von hinten an. Denn erst wenn wir das Ende und Ziel kennen, können wir es auch ansteuern.

 

Qualitätssicherung

 

Phase 1. Das Endergebnis als Referenzpunkt festlegen.

Ein qualitativ hochwertiges Produkt muss bestimmte Erwartungen erfüllen und eine gewünschte Wirkung erzielen. Nehmen wir die Sturmklammern, die wir in unserer Firma herstellen. Diese Klammern befestigen Dachpfannen am Steildach und sorgen dafür, dass die Pfannen auch bei starkem Sturm nicht vom Dach fegen. Die Klammern müssen dafür

  1. den Normen und Fachregeln entsprechen. Diese Normen legen fest, welche Widerstände die Klammern aushalten müssen. Wie stark sie sein müssen.
  2. schnell und einfach einsetzbar sein. Denn nur dann ist der Dachdecker zufrieden und erkennt die Klammern als gute Qualität an.

Es gibt also zwei Referenzpunkte. Diese müssen wir immer erreichen.

Im Falle meines persönlichen QS-Managements stelle ich mir also die Frage:

Was für eine Wirkung muss mein Produkt erzielen, damit es in meinen Augen qualitativ hochwertig ist?

Ups, jetzt hab ich unsere Geschichte doch tatsächlich als Produkt bezeichnet.

Aber ehrlich gesagt meinte ich das auch so.

Denn genau das ist sie in gewissem Sinne.

Denn ein Produkt ist eben auch “eine Wirkung, die aus etwas entsteht”. So das Internet.

* Unsere Geschichte ist das Produkt unserer Erziehung.
* Unsere Geschichte ist das Produkt unseres Denkens.
* Unsere Geschichte ist das Produkt unserer Gewohnheiten.
* Unsere Geschichte ist das Produkt unserer Entscheidungen.
* Unsere Geschichte ist das Produkt unserer gelebten Beziehungen.
* Unsere Geschichte ist das Produkt unserer entwickelten Persönlichkeit.

Wir leben also eine Geschichte, in der wir mit unserer Persönlichkeit die Hauptrolle spielen.

Wir sind tatsächlich eine ICH GmvH. Ein Geschöpf mit voller Haftung.

Wie jemand einmal sagte: In der Sauna kannst du Menschen sehen, wie Gott sie geschaffen hat. Und wie McDonalds sie geformt hat.

Wir sind mit einem ganzen Paket an Möglichkeiten und Talenten auf die Welt gekommen.

Der Schöpfer hat uns geschaffen.

Nun liegt es an uns zu bestimmen, von wem und wie wir uns formen lassen.

Das Gute dabei – wir können das Produkt ändern.

Jedes Produkt kann noch verbessert werden.

Du kannst deiner Geschichte eine neue Wendung geben.

Sie anders weiterschreiben.

Das macht doch schon mal Mut, oder?

Also zurück zur Frage.

Was für eine Wirkung soll meine Geschichte erzielen?

Für mich gibt es gute und schlechte Geschichten.

Qualitativ hochwertige Geschichten machen etwas mit mir.

* Sie inspirieren mich. Sie bringen eine Saite in mir zum Klingen und ich fange innerlich an zu singen.
* Nachdem ich in die Geschichte eingetaucht bin, denke ich: “Wow, das macht Mut. Das kann ich auch. Das lohnt sich.”
* Nach einer guten Geschichte fühle ich mich mutiger und stärker. Oder ich fühle mich wohler und entspannter. Sie hat mich beruhigt, mich getröstet. Auf jeden Fall hat sie etwas Gutes mit mir gemacht.
* Andere gute Geschichten wecken einen Hunger in mir und ich mache mich auf die Suche.

Gute Geschichten lösen gute Dinge in mir aus.

Um also meiner eigenen Lebensgeschichte noch mehr Qualität zu verleihen, kann ich mir die Wirkung dieser Geschichte vor Augen malen.

Diese Übung allein ist schon klasse.

Wenn ich mir vorstelle, was mein Leben und meine Geschichte mit mir und mit anderen Menschen machen kann!!

Spannend!

 

Phase 2: Das Produkt entwickeln und die Beschaffenheit bestimmen.

Wenn wir in der Firma wissen, welche Wirkung die Sturmklammern erzielen müssen, dann können wir uns an die Entwicklung machen.

* Welches Material wird gebraucht?
* Wie muss die Klammer geformt sein?
* Welche Eigenschaften (Qualität) sollte sie aufweisen?

Für unsere Geschichte kann das folgendes heißen:

1. Worum geht es in der Geschichte? Was ist dabei das Wesentliche?
2. Wie verhält sich die Hauptrolle? Was für ein Typ ist sie?
3. In welcher Form gibt die Geschichte Inspiration, Mut oder auch Hunger nach mehr?
4. Wie geht die Geschichte aus?

Um mir diese Fragen zu beantworten, kann ich auch schnell noch in verschiedene Rollen schlüpfen, indem ich mir die drei Fragen stelle:

a. Wie muss die Geschichte verlaufen, damit ich selbst sagen kann: Ich bin restlos zufrieden. Die Story ist gut, inspirierend, bereichernd.

b. Welche Inhalte und Wendepunkte sollte die Geschichte haben, damit andere Menschen sagen: Das “Produkt” hat uns sehr geholfen. Wir wurden inspiriert, bereichert, unterstützt.

Vorsicht – hier geht es nicht darum, es allen Menschen recht zu machen. Jeden zufrieden zu stellen. Die Werte anderer Menschen zu leben. Es geht vielmehr darum, einen positiven Einfluss zu nehmen. Menschen so zu prägen, dass sie anschließend bereichernd weiter durchs Leben ziehen. Und zwar Personen, die ihre eigene Geschichte stärker weiterschreiben möchten – und sich dafür gerne von anderen Menschen inspirieren lassen. Um solche Menschen geht es in dieser Frage.

c. Die dritte Ebene ist für mich als Christ ebenfalls wichtig: Was sollte meine Geschichte beinhalten, damit Gott sagen kann: “Ein gutes Produkt. Ich bin zufrieden.”

So, jetzt haben wir schon eine Menge gearbeitet. Aber das ist bei einem guten QS-Management nun mal so, nicht wahr.

Qualität ist kein Zufallsprodukt.

Wir haben mittlerweile
1. die Wirkung als Referenzpunkt festgelegt.
2. die Beschaffenheit des Produktes festgelegt.

In der dritten Phase geht es darum, dass wir das Erreichen von Punkt zwei auch wirklich sicherstellen.

Denn Qualität ist kein Zufallsprodukt.

Was muss also passieren, um ein gutes Produkt zu produzieren?

Phase 3: Den Produktionsprozess sicherstellen.

In unserem Unternehmen legen wir nun die Arbeitsabläufe und Prozesse fest, die notwendig sind, um die Qualität zu erreichen.

Es wird produziert. Und sichergestellt, dass die Produktion richtig läuft.

* Welche Schritte müssen dafür eingehalten werden?
* Wann sollte was wie getan werden?
* Welche Materialien müssen genutzt werden?
* Worauf muss unbedingt geachtet werden, was weggelassen, wann was wo eingetragen werden?

Standards und Vorgänge werden festgelegt.

Genauso auch für unsere ICH GmvH.

Denn wie gesagt: Wir sind das Produkt unserer eigenen Geschichte. Oder anders ausgedrückt: Meine Geschichte ist produziert. Von mir.

Mögliche Fragen:

* Welche Gedanken sollte ich regelmäßig denken, um die Qualität des Produktes zu erreichen oder zu erhalten?
* Welche Gewohnheiten sind dafür wichtig?
* Welche Entscheidungen müsste ich treffen?
* Welche Beziehungen will ich pflegen?
* Wie kann ich meine Geschichte stark weiterschreiben?

Qualität ist kein Zufallsprodukt.

Ich habe den Eindruck, der Artikel hat gerade erst angefangen. Mensch, gibt es noch viel dazu zu schreiben!!

Aber für diesen Artikel soll es erst mal reichen.

Denn wenn schon EIN Buchstabe einem Wort eine völlig neue Bedeutung geben kann, dann kann dieser Artikel auch deiner Geschichte eine neue Bedeutung geben.

Und das wünsche ich dir.

Dass du deine Geschichte stark weiterschreibst.

Eine Geschichte mit Qualität.

Eine Geschichte, die andere bereichert. Mut macht. Hoffnung weckt.

Deine Story, die andere inspiriert.