Gute Fragen schreiben Geschichte.
Gute Fragen erwecken Unerforschtes zum Leben.
Gute Fragen machen uns neugierig und erhöhen die Spannung.

Genau darum geht es in diesem Artikel:

  • Ich will dich begeistern für gute Fragen, die dein Leben bereichern und Beziehungen fördern
  • Ich will warnen, dass du dich bloß nicht zu schnell mit Antworten abspeisen lässt
  • Du erhältst eine Liste mit guten Fragen und Tipps, wie du selbst auf gute Fragen kommst
  • Am Ende gibt es noch die Geschichte von Sokrates


HIER kannst du den dazugehörenden Podcast HÖREN. Teil 1. Teil 2 

Was ich in Spanien erlebt habe

Es fing ganz entspannt an.

Mein Bruder und ich saßen im Urlaub gemütlich zusammen und unterhielten uns.

Dann wurde es spannend.

Mein Bruder erzählte von einem für ihn neuen Coaching-Werkzeug. Es geht im Grunde nur darum, dem anderen ein paar Fragen zu stellen. Keine Antworten geben, sondern einfach nur Fragen zu stellen. Ganz entspannt habe ich mich als Versuchsperson zur Verfügung gestellt. Ein Thema war schnell gefunden und so fing mein Bruder an zu fragen. Mehr nicht. Aber diese Fragen führten mich innerhalb von Minuten in ein Thema und in eine Gefühlswelt, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Am nächsten Tag fand ich mich alleine an der Küste wieder. Ich blickte aufs Meer, schrieb fleißig in mein Tagebuch und konnte die Tränen nicht verhindern. Das gestrige Gespräch hatte einfach zu viel in mir ausgelöst. Seitdem sind einige Wochen vergangen, aber diese Wochen waren geprägt von dem, was mit ein paar harmlosen – aber sehr guten – Fragen begann.

Es war schmerzhaft. Aber auch erlösend.

Ich begann, mich mit einem wichtigen Thema zu beschäftigten. Traf Entscheidungen. Sprach mit anderen darüber. Und spüre die Vorfreude in mir, weil sich in dieser Sache bald etwas ändern kann. Ich bin froh über die Fragen, dir mir im Urlaub gestellt wurden. Und ich weiß umso mehr:

Gute Fragen sind meist wesentlich hilfreicher als vorschnelle Antworten.

Was vorschnelle Antworten mit der Weltmeisterschaft zu tun haben

Die ganze Welt fiebert mit.

Wer wird es ins Finale schaffen?
Welches Land wird am Ende den Weltmeister-Titel feiern?
Wie wird das deutsche Team abschneiden?

Stell dir vor, du hättest all diese Antworten bereits, bevor die Weltmeisterschaft losgeht! Diese vorschnellen Antworten würden alles kaputt machen. Deine Neugier wäre getötet. Dein Mitfiebern dahin. Das nächste Public-Viewing könntest du vergessen. Die vorschnellen Antworten hätten dir das kribbelnde Erlebnis der Weltmeisterschaft gestohlen.

Ja, Ergebnisse sind wichtig, keine Frage. Aber noch wertvoller ist die gesamte Reise zum Ergebnis. Es geht um die Entwicklung, die Erfahrung, das Erleben. Nur wenn ich die Reise auch wirklich erlebt habe, kann ich das Ziel genießen. Das Ergebnis ist dann vielleicht noch der Höhepunkt, aber eben nur ein Punkt. Der Punkt auf einer langen Linie. Wichtig ist die Linie. Die Reise. Die Erfahrung.

Zwei Dinge will ich mit dieser Illustration sagen:
1. Vorschnelle Antworten machen oft viel mehr kaputt als dass sie helfen.
2. Gute Fragen führen dich in neue Erfahrungs-Welten.

 

Selig sind, die keine Antworten haben

Kennst du auch so eine Person?

Sie hat auf alles eine Antwort. Sie kennt alles, weiß alles, beantwortet alles. Sie gibt dir sogar Antworten auf Fragen, die du nie gestellt hast.

Mal ehrlich – verbringst du gerne Zeit mit dieser Person? Also, ich werde plötzlich zum Olympia verdächtigen Sprinter, wenn solch eine Person den Mund aufmacht.

Nur mal so zwischendurch: Natürlich gibt es Antworten, die wir unbedingt JETZT brauchen. Wenn ich unterwegs bin und mal dringend aufs Klo muss, dann will ich nicht in philosophische Gespräche über die historisch entwickelte Notwendigkeit der menschlichen Bedürfnisse verwickelt werden. Nein, dann brauche eine kurze knappe Antwort, wo hier die nächste Toilette ist. Ganz klar wollen viele Fragen beantwortet werden.

Trotzdem glaube ich dass viele Antworten getarnte Sackgassen sind. Vielleicht ist in der Sackgasse gerade ein Straßenfest. Es wird gefeiert und du bekommst den Eindruck: Ich bin angekommen. Aber es geht nicht weiter. Du bleibst dort hängen. Und das ist fatal. Denn es geht doch nicht um endgültige Fakten oder theologische Richtigkeiten. Es geht um Leben, Entwicklung, Beziehungen.

Diese drei Dinge wollen jederzeit gefördert werden. Und deshalb sind grundsätzlich auch folgende drei Fragen hilfreich:

  1. Fördert dies gerade das Leben?
  2. Fördert dies gerade meine Entwicklung?
  3. Fördert dies gerade unsere Beziehung?

Diese guten Fragen helfen mir, wenn ich z.B. eine dumme Bemerkung für meine 14-jährige Tochter auf den Lippen habe. Oder gerade eine Entscheidung treffe. Oder mich mit Freunden streite, weil sie einfach nicht einsehen wollen, dass strammeres Spazieren gehen gesünder ist als mit einem 170er Puls durch den Park zu jagen.

Mein guter Freund Reiner sagte mir beim letzten Spaziergang: “Johannes, ich entscheide mich für’s nett sein.”

Vorher hatte er mir folgenden Satz zitiert: “Wenn du die Option hast zwischen Recht behalten und nett sein, dann entscheide dich für das nett sein”.

Wow, was für ein guter Satz. Wie oft sehe ich Menschen, die einfach nur Recht behalten wollen. Sie gewinnen eine Argumentation und verlieren dabei einen Freund. Sie schmeißen die Wahrheit an den Kopf und merken oft nicht einmal, dass die Beziehung Kopfschmerzen bekommt. Um solche Kopfschmerzen zu verhindern, hilft schon mal die gute Frage: Fördert meine Art und meine Antwort gerade unsere Beziehung?

Ich könnte mich hier gerade richtig in Rage schreiben. Ja, ich möchte den vorschnellen Antworten den Kampf ansagen. Denn sie machen oft so viel kaputt. Lass dich nicht auf sie ein!

Manchmal zerstören sie ganze Beziehungen. Zu anderen Zeiten verhindern sie einfach nur, dass sich das Leben weiter entwickelt und die Erfahrung sich entfalten kann.

Stell dir vor, jemand zeigt dir ein Stück Marmor vom Taj Mahal. Würdest du jetzt behaupten, du kennst dieses Weltwunder? Oder stell dir vor du hast einen Eimer gefüllt mit Rheinwasser. Reicht dieser Eimer aus, sodass du dir die herrlichen Rheingegenden nicht mehr anschauen brauchst. Du hast jetzt doch schließlich die Essenz vom Rhein direkt bei dir. Im Eimer.

Vorschnelle Antworten sind wie dieses Stück Marmor oder der Eimer Wasser. Die Antwort enthält – wenn sie überhaupt richtig ist – vielleicht die Essenz der Wahrheit. Aber sie verhindert, dass wir uns auf die Reise machen. Die Erfahrung suchen. Beziehungen fördern. Deshalb glaube ich: Keine Antwort zu haben ist manchmal vielleicht unangenehm. Aber keine Fragen mehr zu haben – das ist fatal.

“Wenn du einen Freund hast, schenke ihm einen Fisch. Aber wenn du ihn wirklich liebst, lehre ihn fischen.”

Dieses Zitat von André Kostolany könnte man auch anders formulieren: Wenn du eine vorschnelle Lösung willst, gib dich mit der erstbesten Antwort zufrieden. Wenn du aber wirklich lernen und dich entwickeln willst, verbringe viel mehr Zeit mit guten Fragen anstatt mit Antworten.

Sokrates war darin ein Meister. Er bezeichnete sich selbst als “Hebamme menschlicher Gedanken”. Diese aufregenden Geburten neuer Einsichten löste er durch Fragen aus. Geburten sind etwas Wunderbares, oder? Da kommt ein kleines Wunder raus und wird in das Leben entlassen. Fantastisch.

Wenn da vorher nicht auch das Gebären wäre. Schon die Erinnerung an die Geburt unserer ersten Tochter löst kleine Schmerzimpulse in mir aus. Was hat meine Frau gelitten! Ja, auch die Geburt neuer Einsichten kann schon mal schmerzhaft sein. Wenn sich die Fragen durch unsere Eingeweide quetschen und sie auf unsere Seele drücken – das ist nicht immer angenehm. Aber es lohnt sich.

Ich glaube es lohnt sich, dass wir manche Fragen bewusst stellen und sie auf uns wirken lassen. Und dabei gilt:

 

“Alles was ist, darf erst mal sein.”

Dieser Satz hat mir in den letzten Wochen sehr gut getan. Besonders nachdem so viele Fragen in dem oben erwähnten Coaching-Gespräch aufgeworfen wurden. Seitdem habe ich manchmal den Eindruck, ich laufe durch eine Wolke von Fragen. So viele Dinge sind unklar.

Ich weiß nicht, wie es (in einer bestimmten Sache am Arbeitsplatz) weitergehen soll. Zweifel kommen auf. Und am liebsten würde ich jetzt die passenden Antworten im Briefkasten haben und alles wäre in Ordnung. Aber so ist es nicht.

In dieser Situation hilft mir der Satz: Alles was ist, darf erst mal sein.

  • Ich darf diese Fragen stellen und Situationen hinterfragen.
  • Ich darf Zweifel haben und nicht weiterwissen.
  • Es ist in Ordnung, wenn ich gerade keine Antwort habe.

Erst gestern Morgen bin ich durch den Park gejoggt und hatte so viele Fragen und Zweifel, wie es beim Thema Arbeitsplatz weitergeht. Während ich also der Sonne entgegen joggte, fing ich an zu beten und meine Gedanken auf folgendes zu richten:

Ich mag zwar gerade durch eine Wolke von Fragen laufen, aber Gott steht über dieser Wolke. Er sieht weiter, er hat den Durchblick, er ist schließlich der Erfinder des Ganzen. Und ihm kann ich mich anvertrauen. Ich fühle ihn vielleicht nicht, aber er sieht und will helfen. DAS war mir ein echter Trost.

Der zweite Gedanke wurde durch ein paar Fragen ausgelöst, die ich Gott beim Laufen stellte.

  1. Was kann ich aus dieser Situation lernen?
  2. Was willst du mir durch diese Phase beibringen?
  3. Und wie kann sie mich darin unterstützen, dass ich mich dir näher fühle?

Wups. Bei der letzten Frage ging mir plötzlich ein Licht auf – und es war nicht nur die herrliche Morgensonne. Ich merkte, dass ich zwar gerade durch eine dunkle Wolke voller Fragen gehe. Aber gerade dieser Schmerz, darauf keine Antwort zu haben, schubst mich wieder verstärkt in Richtung Gott.

In den letzten Wochen schon hatte ich mir viele Bibelverse mental durchgekaut. Ich habe sie mir auf mein Smartphone gesprochen und immer wieder angehört. Ich hab mich selbst immer wieder daran erinnert, dass GOTT die Antworten hat und auf meiner Seite ist. Psalm 34 und 91 waren für mich wie geniale Freunde. Diese Freunde haben mich ein Stück näher zu Gott gebracht.

Alles was ist, darf erst mal sein. Dieser Satz hat mir geholfen. Und jetzt könnte ich fast sagen: Alles was ist – es ist sogar gut, dass es so ist.

Wenn ich heute schon all die Antworten auf meine Fragen hätte, dann wäre meine Beziehung zum Erfinder des Ganzen vielleicht nicht so intensiv. Meine Seele schreit zwar immer noch nach Antworten. Aber gleichzeitig bin ich auch getrost, dass es gerade gut ist, wie es ist.

Mit diesem kleinen Fenster in meine momentane Situation will ich dir Mut machen. Vielleicht hast du auch gerade viele Fragen. Brauchst dringend Antworten. Weißt nicht weiter. Wenn dem so ist, dann will ich drei Dinge mitgeben:

  1. Lass die Fragen zu. Freunde dich mit ihnen an. Halte sie aus. Sie haben einen bestimmten Auftrag zu erfüllen.
  2. Lass dich nicht zu früh mit vorschnellen Antworten abspeisen. Denn diese können vielleicht kurzfristig betäuben und gut tun. Aber langfristig bringen sie nicht weiter.
  3. Im Gegenteil – stelle dir sogar bewusst noch mehr Fragen. Gute Fragen, die dich weiterbringen.

Die größten Erfinder und Philosophen hatten immer eine Portion gute Fragen in der Tasche. Mit diesen guten Fragen haben sie sich durchs Leben gestaunt. Haben Entdeckungen gemacht, sich und die Welt weiterentwickelt. Und die Qualität der Weiterentwicklung hing stark von der Qualität der Fragen ab.

Eine gute Frage hat viele Wegweiser

Manche Fragen sind wie eine Fliege, die immer wieder vor die Fensterscheibe knallt. Das kleine Insekt dachte, es geht hier weiter. Und dann musste es schmerzhaft spüren, dass hier das Ende der Reise ist. Genauso funktionieren auch gewisse geschlossene Fragen. Sie versperren den Weg.

Viel hilfreicher finde ich es, offene Fragen zu stellen. Sie führen mein Denken in eine gewisse Richtung und geben gleichzeitig Spielraum. Sie sind wegweisend und gleichzeitig offen für eine Reise, die noch nicht zuende gedacht ist.

Ein paar Beispiele:

  • Geschlossen: Ist diese Entscheidung jetzt richtig oder falsch?
  • Wegweisend: Welche Auswirkungen hätte diese Entscheidung auf meine Werte, meine Beziehungen, mein Leben?
  • Geschlossen: “Will Gott, dass ich das jetzt so mache oder nicht?”
  • Wegweisend: “In wieweit würde diese Vorgehensweise meine Beziehung zum Himmlischen beeinflussen?”
  • Geschlossen: “Warum muss der Typ mir immer so dumm kommen?”
  • Wegweisend: “Welches ungestillte Bedürfnis in mir steckt wohl hinter dieser Wut über diesen Typen?”
  • Geschlossen: “Warum passiert immer mir so etwas?”
  • Wegweisend: “Was könnte ich aus dieser Situation noch lernen?”
  • Geschlossen: “Ist das nicht wieder typisch, dass Sabine wieder so abweisend ist?”
  • Wegweisend: “Welche andere Interpretation könnte es geben, dass Sabine mich gerade nicht angeschaut hat?”

 

15 konstruktive Fragen

Mein erster Impuls neigt dazu, dass ich mir geschlossene oder rhetorische Fragen stelle. Aber wenn ich dann doch schon mal bewusst innehalte und eine wegweisende Frage stelle, erlebe ich mich gedanklich und emotional auf einer Reise, die mich meist in eine ganz andere Richtung führt als mein Impuls es wollte.

Deshalb bin ich mit der Zeit zum Sammler geworden. Zum Sammler guter Fragen für mich oder auch für Gespräche mit anderen. Ich erinnere mich an Autofahrten mit meiner Frau. Wir waren zu Freunden unterwegs. Auf der Fahrt überlegten wir uns, welche Fragen wir heute Abend stellen wollen. Damit das Gespräch interessanter verläuft und die Beziehung sich auf tolle Art intensiviert. Ja, ich finde es wirklich bereichernd, immer eine Portion guter Fragen in der Tasche zu haben.

Das Geheimnis liegt allerdings nicht in der Frage, sondern in der Reise. Ein Wegweiser nach Phantasialand kann den Teenies im Auto Glücksgefühle freisetzen. Aber wenn das Schild nicht beachtet wird, dann hat es dieselbe Wirkung wie die Packung Viagra, die ich noch nie genommen habe. Ich muss der Frage also bewusst erlauben, ihre Wirkung in mir zu entfalten. DANN kann sie mich in eine spannende Richtung führen.

Deshalb will ich dir eine kleine Auswahl an Fragen mitgeben, die ich mir oder anderen in bestimmten Situationen schon mal gestellt habe. Bitte sieh diese Liste nur als Inspiration an. Vielleicht hilft sie dir ja, damit du in der jeweiligen Situation gerade die passende Frage formulierst.

  1. Was die beste Frage, die ich mir/dir jetzt gerade stellen kann?
  2. Wenn du im Lotto kein Geld sondern eine Charaktereigenschaft gewinnen könntest. Welche Eigenschaft wäre für dich ein echter 6er im Lotto?
  3. Wenn ich alles Geld der Welt hätte, wie sähe dann mein idealer Tag aus?
  4. Wenn das Problem ein Agent mit einer Mission wäre, um mein Leben zu bereichern. Was wäre seine Mission?
  5. Was würden meine Vorbilder über diese Situation denken?
  6. Wie kann ich heute Menschen segnen, trösten, beschenken?
  7. Wie kann ich am besten an meinen jetzigen Aufgaben wachsen?
  8. Was ist der Hauptgrund, dass ich tue was ich tue?
  9. Welche andere Erklärung könnte es dafür geben?
  10. Was muss passieren, dass dieses Gespräch für uns wirklich hilfreich ist?
  11. Stell dir vor, du wachst morgens auf und es ist ein Wunder passiert – das Problem ist gelöst. Woran würdest du es als erstes erkennen? Und dann? Und dann?
  12. Wer profitiert davon, dass es das Problem gibt?
  13. Wer profitiert noch davon, wenn wir eine Lösung finden?
  14. Welche Erfahrung, die du schon hast, kann dir hier helfen?
  15. Was kann ich HEUTE tun, um der Lösung näher zu kommen?

 

Stop-Schilder können dir das Leben retten

Am Ende die versprochene Geschichte, die man sich über Sokrates erzählt. Sie zeigt, dass Fragen ganz unterschiedliche Aufgaben haben können. Hauptsächlich ging es in diesem Artikel um Fragen, die uns weiterbringen. In dieser Geschichte haben sie die Aufgabe, zu warnen und Zerstörung zu verhindern.

Ganz aufgeregt kam ein Mann zu Sokrates gerannt:

„Ich muss dir etwas erzählen. Dein Freund …“

Sokrates unterbrach ihn: „Halt!“

Der Mann war überrascht.

„Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“, fragte Sokrates.

„Drei Siebe?“, wiederholte der Mann verwundert.

„Richtig, drei Siebe! Lass uns prüfen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe passt. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist es wahr, was du mir erzählen willst?“

„Ich habe es selber erzählt bekommen und …“

“Na gut. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Das zweite Sieb ist das der Güte. Wenn es nicht sicher wahr ist, was du mir erzählen möchtest, ist es wenigstens gut?“

Zögernd antwortete der Mann: „Nein, im Gegenteil …“

„Dann”, unterbrach ihn Sokrates, „lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden. Ist es wichtig und notwendig, es mir zu erzählen, was dich so aufregt?“

„Wichtig ist es nicht und notwendig auch nicht unbedingt.“

„Also mein Freund“, lächelte Sokrates, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es lieber sein und belaste dich und mich nicht damit.“

So gehst du unbelastet nach vorne

Auf dieser Webseite geht es um Brennspiration. Dass du brennst statt ausbrennst. Dass du inspiriert nach vorne gehst. Und Fragen können dich dabei unterstützen. Manche gute Fragen fördern dich, schicken dich auf eine spannende Reise. Andere Fragen warnen dich und halten dich davor ab, dass Beziehungen Kopfschmerzen bekommen und du dich unnötig belastest.

In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du unbelastet weiterreist, indem du dir zur richtigen Zeit die passende Frage stellst.

Und wenn du uns Leser noch inspirierst und ein paar weitere gute Fragen oder Kommentare hinterlässt, wäre das ein echter Segen. Danke dafür.

Viele Grüße,

Johannes